Tag 5 Ålesund – Geiranger
Heute Morgen erreichte das Schiff Ålesund. Die Stadt ist 1904 nahezu komplett abgebrannt ist. Nach dem Wiederaufbau wurde Ålesund berühmt für die vollständig im Jugendstil errichtete Innenstadt.

Gegen Mittag laufen wir in den Geirangerfjord ein, einen der der schönsten Fjorde Norwegens.

Es ist wirklich eine sehr beeindruckende Landschaft: Berge, schroffe Felsen, Wasserfälle, die Adlerstraße (Ørnevegen). Der bekannteste Wasserfall nennt sich „Die sieben Schwestern“, je nach Jahreszeit kann man tatsächlich bis zu sieben kleinere Wasserfälle zählen. Auf der anderen Seite der Schwestern gibt es den Wasserfall „Freier“, der laut Legende unsterblich in die Schwestern verliebt ist.

Am Ende des Fjordes liegt der Ort Geiranger.

Die Pause in Geiranger nutzte die Mannschaft der MS Trollfjord ein Rettungsboot zu testen. Die Motoren müssen einmal pro Woche geprüft werden.

Tag 6 Trondheim - Rørvik
Trondheim ist die drittgrößte Stadt Norwegens. Die Altstadt von Trondheim liegt zwischen den Armen des Flusses Nidelva, wie eine Halbinsel. Die meisten der Sehenswürdigkeiten liegen auf dieser Halbinsel. Zu den Höhepunkten zählen die Alte Brücke, die Speicherhäuser und der Nidaros Kathedrale. Architektonisch ist sicher auch das Rockheim Museum am Hafen interessant.

Die Nidaros Kathedrale ist die größte Kirche Norwegens und nördlichste gotische Kirche. Nur das Querschiff ist heute romanisch. Beeindruckend sind die Orgeln in der Kathedrale. Die große Steinmeyer Orgel hat 10.600 Pfeifen. Für 53 Mio. Kronen wurde sie 2014 restauriert. Eine andere Orgel stammt vom deutschen Orgelbauer Wagner. Es gibt nur noch wenige erhaltene Wagner-Orgeln. In der Kathedrale wurden früher die norwegischen Könige gekrönt. Kronprinz Haakon und Mette-Marit haben hier geheiratet. Seitdem sind die Termine für Hochzeiten in der Kathedrale für vier Jahre im Voraus ausgebucht.

Vorbei an Rørvik konnte ich einen Sonnenuntergang festhalten.

Tag 7 Polarkreis - Lofoten
Der Polarkreis markiert den südlichsten Punkt (Breitengrad 66,57° N), an dem die Mitternachtssonne 24 Stunden während des Sommers scheint. Für Touristen wurde ein Globus auf der Insel Vikingen (66°31'57.9"N 12°58'12.6"E) aufgestellt, der die Überquerung des Polarkreises sichtbar machen soll (nicht ganz an der richtigen Stelle ;-).

Von Ørnes aus geht es mit dem Bus bis nach Bodø und dort wieder auf's Schiff. Unterwegs besichtige ich ein Denkmal für die Toten des U-Boot KNM Uredd, das im zweiten Weltkrieg versenkt wurde.

Ein weitere Station auf dem Weg nach Bodø ist der Gezeitenstrom Saltstraumen. Hier werden vier Mal am Tag riesige Wassermassen durch den engen Eingang zum Fjord gepresst, dabei entstehen große Strudel.

In Bodø habe ich noch etwas Zeit durch die Stadt zu laufen. Am Bootshafen vorbei zur Innenstadt.

Braut und Brautjungfer in traditioneller Tracht (Bunad) begegne ich zufällig auf dem Weg zum Fotografen :-) Ich darf auch ein Foto machen.

Mit Hurtigruten geht es nach Svolvær, der größten Stadt der Lofoten.

Ich besuche das Eisskulpturenmuseums „Magic ice“. Am Eingang bekomme ich einen isolierenden Umhang und Handschuhe. Bei Minus 6 Grad und im Dämmerlicht bewundere ich die farbig angestrahlten Eisskulpturen.

Eigentlich wollte ich noch zum Militärmuseum, aber die Eisskulpturen waren zu fesselnd.

Tag 8 Tromsø
Ein Tag nach der Polarkreis-Überquerung findet an Board die Polarkreistaufe statt. Neptun und der Kapitän gießen den Mutigen Eiswürfel in den Kragen. Zur Belohnung gibt es eine Urkunde und einen Schnaps.

Höhepunkt des Tages ist Tromsø, die größte Stadt Nord-Norwegens. Die Stadt ist das Tor zum Polarmeer. Erste Station ist das Erlebniszentrum Polaria.

Ein kleine Show mit Robben und die Robbenfütterung schaue ich mir an. Außerdem kann man sich ein paar Aquarien und einen Film über Spitzbergen ansehen.

Mit der Seilbahn Fjellheisen fahre ich auf den Aussichtsberg Storsteinen. Die Seilbahn schafft pro Fahrt ca. 27 Leute, geduldiges Warten ist deshalb von Nöten. Oben angekommen entschädigt die Aussicht. Ich habe einen tollen Panorama-Blick auf Tromsø. Noch ein Tipp: Rechts neben der Aussichtsplattform und den Gebäuden kann man ohne viele Menschen das Panorama genießen und Fotos machen.

Wie sich herausstellt, ist der Grund für den Andrang ein Konzert, das auf der Aussichtsplattform stattfindet. Eine Boy-Band spielt. Muss wohl eine lokale „Größe“ sein, denn die überwiegend weiblichen Zuhörer lauschen mit verklärten Blicken :-))

Letzte Station der Besichtigung ist die Eismeerkathedrale. Sie ist nicht aus Eis gebaut, sieht aber von außen ein wenig wie ein Eisberg aus. Hier finden regelmäßig Mitternachtskonzerte statt.

Tag 9 Nordkap - Honningsvåg
Von Honningsvåg aus fahre ich mit dem Bus zum Nordkap.

Das Nordkap liegt in der Region Finnmark auf der Insel Magerøya („karge Insel“). Magerøya liegt im hohen Norden Norwegens an der Grenze zwischen Atlantik und der Barentssee.

Auf dem Schieferplateau des Nordkaps steht die bekannte Weltkugel.

Am Nordkap beginnt der etwa 7.000 km lange Europäische Fernwanderweg E1. Eine isländische Wanderin macht gerade eine Mittagspause, bevor sie sich mit ihrem Husky auf den Weg macht.

Hier es gibt auch einen Briefkasten. Wenn man eine Postkarte dort einwirft, bekommt diese den offiziellen Nordkap-Stempel. Rentiere werden von den Samen bzw., wie sie früher genannt wurden, „Lappen“ gehalten. Die Rentiere laufen frei auf der Insel herum. Samen gehören zu den Ureinwohnern der Finnmark und haben als Minderheit besondere Rechte in Norwegen.

Ein weißes Rentier ist der Legende nach der Überbringer einer göttlichen Botschaft.

Wieder auf dem Schiff geht es weiter die Küste entlang durch die Barentssee Richtung Osten fast bis zur russischen Grenze nach Kirkenes.

Tag 10 Vardø - Kirkenes - Russische Grenze
Während des Halts in Vardø besuche ich die alte Festung. Heute ist sie ein Kriegsmuseum.

Kirkenes, Endpunkt der nordgehenden Reise mit Hurtigruten. Ich bin nur noch 8 km von der russischen Grenze entfernt. Bis Murmansk sind es etwa 150 km. Schilder in Kirkenes sind teilweise zusätzlich in Kyrillisch beschriftet.

Ich fahre zum Øvre-Pasvik-Nationalpark bis an die Grenze zwischen Norwegen, Finnland und Russland. Hier verläuft die Grenze nach Russland zum Teil entlang eines Flusses.

Zweite Station ist das Øvre Pasvik National Park Center mit dem NIBIO Svanhovd botanischen Garten. Blumen und einen Informationsfilm gibt es zu sehen.

Ab jetzt geht es wieder südwärts.